#Hassliebe

Zwei Wochen hat es gehalten.

Ja, ich hatte meinen Hauptaccount gelöscht. Besser gesagt, ich hatte das getan was Twitter als Vorstufe vorsieht – den Account deaktiviert (was 30 Tage Frist bis zur endgültigen Löschung gibt).

Vieles was ich beim letzten Post schrieb gilt auch – ich liebe Mastodon und habe dort mein zwangloses Kommunikationsmedium gefunden. Mastodon macht Spaß und ist weit interaktiver als Twitter es für mich über die Jahre geworden war.

Aaaaber. (Du wusstest, da würde ein „aber“ kommen, stimmts?)

Es stellte sich ein Effekt ein, den ich nicht erwartet habe. Als ich vor über einem Jahr komplett aus Facebook abwanderte vermisste ich genau gar nichts. Meine Freunde waren immer noch da, die meisten Kontakte hatten sich ohnehin noch über einen anderen Weg mit mir vernetzt und auch sonst gibt Facebook wirklich nichts was es nicht außerhalb auch zu finden gibt.

Bei Twitter ist das anders. Ein ganzer Bereich meiner täglichen Kommunikation brach weg. Ja, eine Menge liebgewonnene Kontakte sind auf Mastodon, aber viele sind dann doch weiter bei Twitter aktiv und bei Mastodon nur gelegentlich wenn überhaupt. Das ist eigentlich auch nicht schlimm, denn auf Mastodon habe ich jetzt ein neues Netzwerk, ein anderes und eine wachsende Menge liebgewordener Kontakte. Aber es wird dann doch zum Problem wenn mich Leute über meine Podcast-Kanäle anschreiben, die davor eher über den persönlichen Account dirkprimbs gekommen wären.

Irgendwann würde dann @anerzaehler zu einer Art Hauptaccount und dadurch nicht mehr das wofür die momentanen Follower gekommen sind. Außerdem habe ich ja schon einen Hauptaccount, ich würde also in meine eigene Tasche lügen.

Im Ergebnis habe ich also eine Liebesbeziehung mit Mastodon und eine Hassliebe mit Twitter, denn irgendwann bin ich zähneknirschend in die Einstellungen und habe meinen Account deaktiviert. #seufz

@dirkprimbs ist also wieder da. Allerdings mit einigen wichtigen Änderungen: Ich folge nur noch wenigen und werde Mastodon weiterhin als mein Social Media „Home“ ansehen. Ergo: dirkprimbs wird ruhiger sein als früher, auf jeden Fall reaktiver als in der Vergangenheit und ich werde – wenn überhaupt – selektiv über Listen lesen, definitiv also nicht mehr meine Timeline mit hunderten Leuten füllen.

Tweets werden weiterhin automatisiert gelöscht, das mache ich auch auf Mastodon so und finde es dient auch meiner eigenen Mentalhygiene ohne den Rattenschwanz von jahrealten Äußerungen durchs Netz zu ziehen. Wenn schon dokumentiert, dann wenigstens in Blogform 😉