Zwangsoriginelles Audio

Ich höre mir gerade einen Podcast eines öffentlich-rechtlichen Radiosenders an. Inhaltlich cool gemacht aber das Sounddesign… #seufz

Ich muss es mal loswerden: Auch Audioeffekte sind ein Informationsträger. So sehr ich wohlgesetzte Soundeffekte liebe, sie müssen immer auch einen funktionalen Sinn haben um wetvoll zu sein. Wenn aber eine Stimme künstlich auf „aus der Blechbüchse abgespielt“ verzerrt wird, dient das nur dazu das Ergebnis bearbeitet klingen zu lassen. Inhaltlich ändert sich nichts. Dasselbe stimmt wenn man ohne Grund und ohne dramaturgische Motivation Musik „drunterklebt“.

Gute Sounddesigner fragen sich bei jeder Anpassung welchem Zweck sie dient. Soll etwas betont werden, wollen wir eine bestimmte Stimmung erzeugen, soll ein Beispielton den sprichwörtlichen Film im Kopf erzeugen? Zumindest sollten sie das. Aber in Zeiten in denen jeder irgendwie nach Radiotopia klingen möchte bleibt das gezielte Einarbeiten von Audio leider immer öfter auf der Strecke. Hauptsache das Ergebnis klingt irgendwie stylisch. (Wenn man Pech hat klingt es aber nicht mal das sondern amateurhaft und nervtötend…)

Ein bißchen ist das so wie frühe Webdesigner animierte Grafiken und Texte verwendet haben oder mancher Photografie-Noob seine Begeisterung für übersättigte Bilder entdeckt bevor ihm klar wird, dass ein Bild nicht besser wird nur weil der Himmel brüllblau und das Gras giftiggrün leuchtet…

Weniger ist mehr, Leute.

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