Amerikanische Podcasts

Ich bin süchtig. Wie man schon an anderer Stelle hier lesen konnte, bin ich schwer podcast-abhängig und liebe das Medium 🙂

Besonders interessant finde ich dabei, dass die Szene hierzulande deutlich anders aufgebaut zu sein scheint als die US amerikanischen Beispiele. Besonders die Betonung von „Labercasts“ hier und „narrative storytelling“ dort scheint mir auffällig. Vielleicht ist es aber auch so, dass ich einfach nur ein verzerrtes Bild durch den Filter der populären Formate habe… So oder so ist es diese letzte Art, das „narrative storytelling“, die mich am meisten fasziniert.

In den letzten Wochen habe ich mich dazu ein wenig umgesehen und ein paar Bücher zum Thema gewälzt. Der prototypische Podcast aus der genannten Kategorie ist natürlich „This American Life„, eine Radiosendung von NPR, die als Podcast produziert und beworben wird. Darin werden Musik, Ambients, Interviews und Erzählstimme kunstvoll verwoben, das es eine reine Freude ist.

Ich habe TAL übrigens indirekt gefunden, denn der erste Podcast den ich ernsthaft wahrgenommen habe, war kein Deutscher und auch nicht TAL, sondern von Scott HanselmanThis Developer’s Life„. Scott schreibt denn auch in der Beschreibung dieses Casts, dass es vom Stil her ein gnadenloser ripp-off von TAL sei und als Homage zu verstehen. Das machte mich neugierig auf das Format und ich war hooked.

Inzwischen habe ich ca. 2o US podcasts verschiedenster Netzwerke in meinem Catcher und ich habe sie zum Teil durch Websuchen, facebook Gruppen und Empfehlungen aus meinem Netzwerk gefunden. Interessanterweise sind die wirklich bekannten Podcasts alle der Grundidee von TAL ähnlich oder doch zumindest stark inspiriert. Wenn man die erfolgreichsten dann genauer ansieht und sich besonders die professionell organisierten herausgreift ist auch häufig ein direkter Bezug zu TAL gegeben. So haben viele Netzwerke Mitglieder, die irgendwann für TAL geschrieben haben oder mit Ira Glass arbeiten durften.

Diese Beobachtung ließ mich aufhorchen. Die Geschichte von Podcasts in den USA ist weit mehr von public Radio geprägt als bei uns. Von Anfang an war da ein klarer Bedarf an gescripteten Stories zu erkennen, viele Formate sind zeitlich begrenzt und Musik ist üblicher als bei uns. In Deutschland hingegen scheint mir die Genese anders gelaufen zu sein. Die ersten erfolgreichen Podcasts waren Titel wie „Schlaflos in München“ oder Chaos Radio Express. Das eine war ein solo Gesprächspodcast und das andere ein gelegentlich mehrstündiges Interviewformat.

Was finden wir also unter den bekanntesten Sendungen? Solocasts und Interviewformate.

Hm…

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Ein Gedanke zu „Amerikanische Podcasts

  1. Das mit der musikalischen Begleitung dürfte unserm Rechtssystem entspringen. Hierzulande muss man ja sogar bei reiner cc-Musik alles mit der GEMA abklären, die glaub ich nicht grade serviceorientiert ist 😀 , während du im US-Amerikanischem Recht(bzw. generell im common law) dank fair-use weniger Probleme damit hast.
    Als Empfehlung hab ich dann noch Radiolab, von denen ich ein großer Fan bin(http://www.radiolab.org/), in This American Life muss ich mal reinhören wenn mein Podcatcher mal wieder Platz hat 🙂

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